In drei Etappen zum Silber

Das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber: nur eine Voraussetzung dafür, dass wir zusammen unsere Bahnen im Becken ziehen dürfen? Oder mal eine andere Challenge? Das haben sich ein gutes Dutzend TSVEler gefragt, als sie sich am 14.12.2021 für die drei Etappen zum Silber in den Gefilden von rc – research & consulting eingefunden haben. Einige Wochen hartes Training im Grätschschwung und Abschleppen lagen hinter uns.

Gerade den Neulingen war die Nervosität anzumerken, als wir auf die Kampfrichter Jan und vom DRLG Hövelhof warteten. Die typischen Fragen, die wohl jeder von uns kennt, geisterten in den Köpfen herum: Werde ich finishen? Habe ich mich in dieser Saison wirklich ausreichend vorbereitet? Reicht es diesmal für Silber oder wird es wieder nur Bronze?

Dann ging es endlich los auf die erste Etappe – mit lebensrettender Theorie: Wie groß ist das Lungenvolumen in 20m Tiefe, wieso darf ich vor dem Tauchen nicht hyperventilieren, was tun bei Krämpfen, was sind innendrehende Walzen und was sagt Paragraph 323c StGB?

Danach ging es über zur zweiten Etappe: praktische Trockenübungen, insbesondere mit sechs Befreiungsgriffen zur Befreiung aus Hals- und Körperumklammerungen. Zu mindestens eines lehrte diese Übung wohl jeden Teilnehmer: den nötigen Respekt vor dem Ernstfall.

Natürlich darf die Zufuhr von Kohlenhydraten auch im Kampf zum Silber nicht vernachlässigt werden. Eine Pizza aus der L’Osteria ist da genau das Richtige. Oder wäre eine Hälfte vor der letzten Disziplin vielleicht doch ausreichend gewesen? Hatten wir nicht sogar schon beim Seepferdchen gelernt, dass man kurz vor dem Schwimme nicht so viel essen sollte?

Für alle, die mit dem Rad da waren, gab es dann eine 4000m Mannschaftsverfolung über die Heeper Straße, vorbei an der Radrennbahn, zum Familienbad Heepen. Hier hat dann jeder seine persönliche sportliche Herausforderung gefunden. Zu der praktischen Prüfung auf den letzten Metern zum Silber gehören nämlich für uns Triathleten durchaus ungewohnte Schwimmtechniken wie:  200 m Schwimmen in Rückenlage mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit, 300 m Schwimmen in Kleidung (nein, Neos zählen hier nicht als Kleidung), anschließend im Wasser entkleiden, Sprung aus 3 m Höhe, 25 m Streckentauchen, 50 m Transportschwimmen, 50 m Schleppen, beide Partner in Kleidung, Lösen aus einer Umklammerung durch einen Befreiungsgriff (lässt sich vielleicht doch beim nächsten Massenstart anwenden?). Beim verzweifelten Versuch flusswärts 5kg zu bergen habe ich mich spätestens gefragt: muss es denn immer das Treppchen sein oder ist heißt es nicht eigentlich: Dabei sein ist alles.

Weder sind wir hier beim Judo, noch beim Neo-Testschwimmen: in dieser Kleidung sind wir auf die 300 Meter gegangen.

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